Ich war fünf, Paul war neun. Und er hat mir das Fahrradfahren beigebracht. Pädagogisch ziemlich fragwürdig, denn irgendwann hat er einfach losgelassen, ohne Vorwarnung. Aber als ich im Dreck lag, war er als Erster bei mir. Und er sagte: „Heul kurz, dann probieren wir nochmal." Das war Paul. Schon damals. Ehrlich, direkt, manchmal unbequem. Aber immer auf meiner Seite.
Es gibt einen Anruf, den vergesse ich nie. Ich war neunzehn und hatte eine richtig dumme Entscheidung getroffen. Ich hatte Angst, es unseren Eltern zu sagen. Also habe ich meinen großen Bruder angerufen. Paul hat nicht geschimpft. Er hat nicht gefragt, wie ich nur so blöd sein konnte. Er sagte nur: „Okay. Ich komme vorbei. Wir lösen das." Zehn Minuten später saß er im Auto. Genau so ist Paul. Er macht keine großen Versprechen. Er kommt einfach.
Und dann kam Mira. Paul ist der Mensch, der erstmal prüft, ob der Boden trägt. Mira läuft schon los und ruft: „Komm, das hält." Und erstaunlicherweise funktioniert genau das. Sie macht ihn leichter, er gibt ihr Ruhe. Zwei Menschen, die nicht gleich sind, aber in dieselbe Richtung schauen.
Paul, du warst für mich immer mehr als mein Bruder. Du warst mein Sicherheitsnetz, mein mit Abstand schlechtester Ratgeber in Modefragen und der Mensch, den ich angerufen habe, wenn es wirklich ernst wurde. Ich bin froh, dass du mit Mira jemanden gefunden hast, der dich genauso sieht, wie du bist.
Ich wünsche euch, dass ihr dieses Team bleibt. Ehrlich, stark, manchmal stur, aber immer füreinander. Und wenn einer von euch mal fällt, dann hoffe ich, der andere sagt: Heul kurz, dann probieren wir nochmal. Auf Paul und Mira.